Erstens kommt es anders …

15. Oktober 2009 at 22:48 | In Blog | 2 Comments

Die „Magische“.

Wir erinnern uns: Ich hatte mir für diese magische Woche vorgenommen, möglichst viele Ereignisse, Gefühle und Gedanken über das, was im letzten Jahr war, zu be- und verarbeiten, sie mir bewusst zu machen, ihnen nachzuspüren. Noch mal so richtig runter ins Loch, ganz bewusst.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Ich erwähnte, dass ich krank bin? Ich erwähnte beiläufig den Wasserschaden in meiner Küche? Genau diese beiden Dinge sind es, die mich von allen meinen Plänen nachhaltig abhalten.

Hatten wir im vergangenen Jahr wegen der Organisation von allem Michael-Drumrum an einem Tag Durchgangsbahnhof in unserer Wohnung, so hatte ich ihn in diesem Jahr heute wegen diverser Schäden. Die Reihenfolge diesmal: Maler, Hausverwalter, Trockenfirma, Schornsteinfeger. Letzter kam nicht wegen der Sache in der Küche, sondern wegen einer anderen Problematik, die seit letztem November besteht und bei der man quasi heute erst auf den Grund des Übels kam und nun wird doch mal gehandelt, nachdem ich seit einem Jahr mit einer aufgeschlagenen Wand im Flur lebe.

Dass abends, während wir aßen, mehrmals das Telefon klingelte, dann der Nachbar vorbeischaute und schließlich noch dessen Mitbewohner, ließ mich milde lächeln. Und müßig zu erwähnen, dass ich auch noch Büroarbeit zu erledigen hatte …

Am kommenden Montag werde ich wieder das Haus voller Handwerker haben, denn während die einen meine halbe Küche abbauen und für die Trockenlegung vorbereiten (ich sage nur: Drei Wochen Maschinenlärm und Geschirr aus Kisten …), klopfen die anderen meinen halben Flur auf und ich weiß nicht, ob ich den Krach oder den Dreck besser finden soll.

In all diesem Durcheinander und der ganzen Anstrengung fühlte ich mich jedenfalls ziemlich hilflos und vor allem einsam, und so bat ich Herrn Winter, der in dieser Woche woanders wohnt, damit wir drei hier die Magische für uns haben (ha ha ha …), zu uns zu kommen, und das tat er dann auch, der Gute. Anlehnen, alles loswerden, das Gefühl haben, im größten Durcheinander nicht zu versinken, so allein. Wunderbar.

Meine Pläne allerdings sind noch an anderer Stelle überfahren worden: Wann zur Hölle soll ich die rote Wand in meinem Zimmer wegstreichen? Ich hatte mir, nachdem ich über das Jahr so oft darüber nachgedacht hatte, dies eigentlich für den Montag vorgenommen. 19. Oktober, wirklich ein Jahr rum und das sollte meine Trennung von der roten Farbe werden, die Michael bei unserem Einzug in stundenlanger Arbeit aufgetragen hatte. An diesem Morgen werden allerdings fremde Menschen Plastikfolie an die Wand in meinem Zimmer kleben. Da drückt man sich so lange vor etwas und dann funken einem Fremde dazwischen. Ich mag das nicht. Vielleicht steige ich einfach am Montag Morgen auf die Leiter, wenn die Leute hier arbeiten. Verstehen werden sie das nicht, aber das ist mir dann auch egal.

- Andrea

2 Kommentare »

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  1. wie ätzend, den tag und die woche nicht so verbringen zu können, wie du es dir vorgestellt hast, weil dir deine private rückzugsmöglichkeit genau dann total öffentlich gemacht wird.

    aber *flüster* du könntest doch nachts streichen.

    alles liebe, betina (auch krank)

  2. Hallo Andrea,

    schön zu lesen, dass es Herrn Winter immer noch für Dich gibt. Es war im Sommer ruhig geworden um ihn in deinen Berichten.

    Ach ja, und die Handwerker ziehen auch wieder ab und dann wird Deine Wohnung tipp topp sein. Ich hatte da im letzten Jahr meine Erfahrungen gesammelt, mit der Handwerker-Klingelei aufgestanden und nach dem Türzuschlagen abends ins Bett gegangen. Dazwischen arbeiten und auch kein bisschen Privatleben.

    Ich wünsche heute abend trotzdem eine runde Feier mit der Familie und den Freunden.

    Herzliche Grüße Sylvia


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