Eine Bank an der Walnuss – Eine Bank für Michael
29. Juni 2009 at 21:46 | In Blog | 9 CommentsEs ist soweit, wir planen die Nussbank!
Die liebe Esther ist so gut und stellt uns noch einmal ein Konto für eine Sammelaktion zur Verfügung.
Sollten mehr als die erforderlichen 730 Euro zusammenkommen, werden wir den Überschuss natürlich wieder weitergeben. Diesmal möchten wir den Domino e.V. bedenken, damit auch weiterhin die gute Qualität in der Betreuung von trauernden Kindern gewährleistet werden kann.
Die Bankverbindung lautet
Esther Steinkopf
Konto 5526419847
BLZ 50010517
DiBa
Wir bedanken uns schon jetzt ganz herzlich bei allen, die einen Teil dazu beitragen, dass dieser schöne Platz im Friedenspark eingerichtet werden kann. Sobald die Bank dort steht, werde ich es hier eintragen und Fotos zeigen. Und wer immer dort vorbeikommt, ist herzlich eingeladen, zu verweilen. Und im Herbst eine Nuss mit nach Hause zu nehmen.
- Andrea und die Jungs
Ein Denkmal
12. Juni 2009 at 10:36 | In Blog | 31 Comments
Seit Mittwoch hat Michael seinen Grabstein.
Wir trafen uns am Nachmittag mit dem Mitarbeiter der Steinmetzin auf dem Friedhof. Die Namenstafel war schon vor einiger Zeit vom Grab entfernt worden, so dass nur die nackte Basisplatte dort lag. Ein namenloser Platz, von dem nur Eingeweihte wissen, wer dort begraben ist. Beklemmend. Unpersönlich. Einer unter vielen.
Der Mitarbeiter entfernte dann die Steinplatte. Wir retteten einen Regenwurm, der es sich im Sand darunter gemütlich gemacht hatte. Der Große sagte: „Komm, wir machen noch schnell unsere Handabdrücke in den Sand“, und das taten wir dann auch. Nicht zum ersten Mal dachte ich, nun einfach die Urne auszugraben, mitzunehmen, ausgraben, mitnehmen. … Einmal hatte ich sogar geträumt, dass ich das tun würde. Aber von der Illegalität einer solchen Aktion abgesehen: Michael wollte diesen Platz. Und er bekam ihn und er wird ihn behalten.
Die neue Grundplatte wurde verlegt, der Stein mit Silikon darauf befestigt. Alles ist so, wie ich es mit der Steinmetzin besprochen hatte, sie hat wunderbare Arbeit geleistet. Wir schrieben Nachrichten auf kleine blaue Zettel und überlegten, wer welches Briefkastenloch kriegen sollte. Steckten die Zettel in die Löcher und setzen die schwarzen Steinstopfen vorsichtig ein. Rückten den Stein noch ein wenig zurecht und betrachteten zufrieden das Werk, das vor uns lag. Die letzte formelle Angelegenheit ist nun vom Tisch, das beruhigt mich sehr.
Der Platz verlor mit dem Stein für uns das Unangenehme, nun gibt es etwas Persönliches zwischen 206 anderen Urnengräbern. Etwas von Michael, etwas, das an ihn erinnert und etwas, das er sich gewünscht hat.



Für unseren Platz am Walnussbaum, der inzwischen reichlich Früchte trägt, werden wir nun endlich in die Planung für die Sitzbank gehen, die dort stehen soll. Moni hatte ja schon vor geraumer Zeit die Idee und ein erster Kontakt mit der Kölner Grün Stiftung ergab, dass an dieser Stelle eine Bank aufgestellt werden kann. Wir überlegen noch, wie wir die Kosten dafür zusammentragen, denn 730 Euro sind kein Pappenstiel. Aber es wird sich bestimmt eine Lösung finden.
Unser Leben ist im Fluss. Die Dame Trauer besucht uns nur noch selten, aber wenn sie kommt, dann kommt sie tränenreich. Wir haben einen neuen Weg gefunden, sind an der Kreuzung, die sich auftat, in eine andere Richtung abgebogen, sind den steinigen Weg entlang gegangen. Berge, die unüberwindbar schienen, haben wir bezwungen. Täler haben wir durchschritten und Schritt für Schritt wurde alles leichter, klarer.
Denn Michaels Tod hat uns eins gelehrt: Das Leben zu genießen.
- Andrea
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