Alltag

15. Januar 2009 at 12:45 | In Blog | 18 Comments

Mein hehres Ziel für diesen Blog war und ist, niemals über alltägliche Banalitäten zu schreiben. Aber immer nur über Flutwellen zu schreiben, ist auch irgendwie blöd, zumal ich aus der letzten wieder auftauchte, indem ich beschloss, dass der nächste Tag besser werden müsse. Er wurde es auch. Mein Alltag ist derzeit allerdings sehr unspannend, so dass ich hier etwas zerrissen bin.

Genauer gesagt ist der neue Alltag zuweilen sogar etwas langweilig und ich frage mich, ob es nicht besser wäre, mir ein paar mehr Aufgaben zu erteilen. Nicht, um vor meinem emotionalen Gulasch zu fliehen, sondern um mehr Struktur in den Tag zu bekommen. Ohne Struktur versumpfe ich nämlich ganz schnell und das kann nicht gut sein.

Es wäre ein leichtes, ins Regal hinter mich zu greifen, wahlweise ein Physiologie-, Anatomie- oder Chemiebuch in die Hand zu nehmen und dazu ein paar Karteikarten. Es wäre so einfach …

Aber es ist natürlich nicht so einfach. Dass ich im normalen Leben noch nicht angekommen bin, zeigte mir ein kurzer Stadtbummel heute. Es ist seit einem Sonntag mitten im Dezember so, dass ich in großen Menschenmengen (in denen ich mich äußerst unwohl fühle, das ist neu) nicht umhin komme zu denken, dass diese Leute alle irgendwann mal tot sein werden. Sie sitzen in der Bahn, fahren irgendwo hin und denken mit Sicherheit keine Sekunde lang darüber nach, dass ihr Leben endlich ist. Sie streiten sich mit ihren Leuten und wissen scheinbar nicht, dass sie das irgendwann bitterböse bereuen könnten. Sie umarmen sich und genießen den Moment, und ich denke, macht bitte immer weiter so, nutzt die Zeit und nutzt die Liebe. Manchmal ist es sogar so, dass ich mir vorstelle, wie die Menschen wohl aussehen würden, wenn sie tot sind.

Bin ich ein Fall für die Geschlossene?

Ist mir für den Moment egal. Die Sonne scheint. Ich geh’ raus, die Ebbe suchen.

- Andrea

18 Kommentare »

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  1. Liebe Andrea,
    Du empfindest Deinen Alltag als etwas langweilig und suchst nach neuen Aufgaben?
    Hier hast Du schon mal vorab einen Käufer für ein Buch, das Du schreiben könntest. Ich finde Deinen Schreibstil einfach wunderbar und würde den ein ganzes Buch unheimlich gerne genießen wollen.
    Du bist kein Fall für die Klapse, denn sonst müßte ich mir eingestehen, daß ich auch im Alltag nicht auf die Menschheit losgelassen werden dürfte (denn ich habe manchmal ganz andere, sehr unchristliche Gedanken was einige meiner Mitmenschen angeht …).
    Du hast Michaels Tod so nah erlebt, daß ich Deine Gedanken nachvollziehen kann.
    Es kann so schnell gehen.
    Ich würde mich auch liebend gerne mit Jedem vertragen …. aber wenn sie mich nicht lassen?
    Ich umarme Dich in Gedanken.
    Herzlichst, Eva – Maria

  2. Du sagst es richtig: Ich geh’ raus.
    Jawohl geh’ hinaus und öffne dich.
    Öffne dich für all das Schöne, daß es neben all dem Unschönen, natürlich auch gibt.
    Na freilich haben wir es leicht, denn wir reden nur,
    aber Du fühlst auch.
    Doch glaube mir, auch Andere haben Verluste erlitten, gefühlt und wurden überflutet.
    Und doch sind sie durch dieses Meer der Gefühle ans rettende Ufer des Lebens gekommen.

  3. Meine liebe Andrea,

    das was du da so denkst ist rein erfahrungsbedingt.

    Bei mir war es das zu spät kommen von Freunden. Ich musste und habe mich auch mit Absicht dann in diese Situationen gebracht, weil ich sonst immer nur gequält, mit Horrorgedanken im Kopf, auf meine nichtvorhandene Armbanduhr gestarrt hätte.

    *wasfüreinSatz*.

    So lange bis es ging ohne Angst ohne schreckliche Sorge. Gleiches mit den Gedanken, dass eventuell er/sie nie wieder jemanden umarmt. Ja bei wildfremden Leuten…oder wie er/sie in alt aussehen würde…und tot…

    Ich glaube das ist ein Verarbeitungsprozess.

    Klapse die wollen dich garnicht haben, außer als Praktikantin vielleicht.

    Und wenn dann will will will ich ein Zimmer neben dir *Tapete kaufen gehend*.

    Hast du einen Therapeuten? Sprech die Fachleute doch mal darauf an.

    Gruß
    Ella, die das manchmal auch hat, eben weil Freunde/Verwandte so verdammt jung verstorben sind…

  4. Ach, Andrea, du bist doch kein Fall für die Geschlossene! Ich finde deine Gedanken total nachvollziehbar. Ich denke zum Beispiel total oft, wenn ich unter – mir nicht bekannten – Leuten bin: „Ach, was wisst ihr schon!? Ihr habt doch alle überhaupt keine Ahnung, wie das Leben ist.“ (Ist natürlich Quatsch und total vermessen, denn jeder Mensch trägt irgend etwas mit sich herum, oder wenigstens fast jeder. Und was weiß _ich_ schon über das Leben der anderen?)
    Dennoch: Ich denke diese Gedanken. Und manchmal sind es noch schlimmere Gedanken, zum Beispiel: Warum lebst du und meine Mutter nicht? Das denke ich vor allem, wenn ich Frauen im Alter meiner Mutter und älter sehe. Dann denke ich, wie ungerecht das doch alles ist. (Was es _nicht_ ist! Es ist einfach so, basta.)
    Und noch schlimmer werden die Gedanken, wenn ich blöde Leute erlebe, so zum Beispiel letztens die Oma, die ihren Enkel auf’s Übelste anblaffte, weil er sie nervte. Mir schossen augenblicklich die Tränen in die Augen, weil meine Mutter so eine liebevolle Vollblutoma war, die nie und nimmer einen ihrer Enkel angemotzt hätte.
    Bin _ich_ jetzt etwa ein Fall für die Geschlossene?
    Nein, ich finde das Hadern total normal. Und ich finde auch die vermessenen Gedanken total normal.
    Ich wünsche dir – wie immer – alles Liebe,
    Anja

  5. Liebe Andrea,

    also, ich arbeite ja in der Klapse, da gehöre ich dann auf jeden Fall auch so richtig hin ;-)
    Ich kenne diese morbiden Gedanken nur zu gut. Ich gucke manchmal meine Hand an und finde es traurig, dass sie irgendwann nicht mehr ist… Auch bei anderen Menschen habe ich manchmal solche Gedanken wie Du. Wenn es bei meinen Kindern anfängt (z.B. wenn ich angestrengt lauschen muss, ob das schlafende Kind wirklich atmet) – dann hilft nur noch heftiges Ablenken und Dagegensteuern, um die hochkriechende Panik zu verscheuchen.
    Denn die Realität ist eben so.
    Aber wir leben nur so, wie wir leben, weil es uns gelingt, unsere Endlichkeit und die unserer Liebsten die allermeiste Zeit zu verdrängen. Das gehört zum Menschsein dazu.
    Und natürlich verändert sich das, zumindest zeitweise, wenn diese schöne Illusion so grauenvoll zerstört wird…

    Grüße aus der Klapse
    von Güde

  6. Ganz sicher kein Fall für die Geschlossene! Mir gehen nach dem Tod meines Mannes sehr ähnliche Gedanken und Gefühle durch den Kopf und die „Flutwellen“ sind Teil meines Alltags, manchmal ausgelöst durch „Kleinigkeiten“, etwa einen Käse, den mein Mann sehr gerne aß, den es aber so selten zu kaufen gab. Vor ein paar Tagen hatten sie den Käse im Angebot, mit Blick auf die Preistafel flossen mir die Tränen. Ich sehe immer nach, ob ich genug Tempos bei mir habe, wenn ich das Haus verlasse.
    Auch ich fühle mich in großen Menschenmengen sehr sehr unwohl, zu Hause fühle ich mich nicht so verloren. Weshalb das so ist, weiß ich auch nicht. Deswegen prallen bei mir auch die sicher gut gemeinten Rat-Schläge, doch mal wieder unter Leute zu gehen eher ab.

  7. liebe andrea,

    deine wellen sind völlig normal und du bist mit absoluter sicherheit kein fall für die geschlossene…du stehst einfach an einer bestimmten stelle in deiner trauerarbeit….du spürst unbewußt, dass es zeit ist einen schritt nach vorne zu gehen, wieder auf menschen zu treffen die dir fremd sind, aber dich begleitet zum teil auch die angst wieder einen menschen an den tod zu verlieren und so schießen dir diese dinge durch den kopf…..aber auch noch einige andere gründe gibt es, denn trauer und verarbeiten ist leider kein prozeß den man mit einem fingerschnipser erledigen kann…er führt uns durch so viele verschiedene stufen ob wir wollen oder nciht, aber wenn ich lese was und wie du schreibst, dann finde ich du machst das sehr gut…und du bist dadurch für deine kinder eine sehr große stütze, du machst über deinen blog sehr vielen menschen mut und du bekommst eine wunderschöne, große anteilnahme die wirklich etwas sehr besonderes ist und in dieser form einzigartig …

    es wurde schon sehr oft erwähnt…andrea, schreib ein buch über all dieses….schaffe eine wunderbare erinnerung an michael, erhalte diesen blog, mach so vielen menschen mut…menschen die krank sind und menschen die um einen geliebten menschen trauern bzw ihn pflegen und angst vor dem tag des abschieds haben….es wäre eine sehr, sehr sinnvolle geschichte….

    und noch etwas würde das buch bedeuten: du hast angst vor der zukunft, wie du dich und deine kinder ernähren kannst usw…..eine existenzangst die vielen von uns nur zu gut bewußt ist…du kannst sie damit mildern, denn dein buch würde dir ein wenig geld einbringen und mit dem richtigen verlag sogar einiges, denn ich bin absolut sicher, dass es sich wahnsinnig gut verkaufen würde…denk nur an all deine leser dieses blogs hier…achja und dann gib bitte bekannt wann und wo du vorlesungen und signierungen machst….smile…..wir sind sicher alle da…..

    lg gweni

  8. Liebe Andrea,

    du bist noch nicht reif für die Klappse, glaubs mir. Ich habe auch schon solche Überlegungen gehabt, ohne dass ich jemanden verloren habe. Manche Menschen rasen ja auch durchs Leben, aber ob sie zu beneiden sind? Oft vergisst man sich irgendwo festzuhalten und läßt sich vom Strom des Lebens einfach so mitreißen.

    Vielleicht hilft dir ja ein Besuch bei einem Therapeuten weiter? Nicht weil du Irre bist, sondern einfach nur zur inneren Bewältigung von all den Dingen, die dich in den letzten Monaten stark belastet haben.

    Aber egal was du tust, solange du auf deine innere Stimme hörst, wirst du das Richtige für dich finen und keiner hat gesagt bzw. erwartet, dass alle Trauer und Wut von heute auf Morgen weggehen. Es wird noch ein langer Weg, aber du wirst auch diese Aufgabe meistern.

    Ich drücke dich
    Jen

  9. Hallo Andrea,

    Ich war bis jetzt eine stille Leserin, denn ich fand nicht die richtigen Worte für einen Kommentar (zumindest empfand ich so).

    Ich mag wie du schreibst, und mich bewegt was du erlebst. Wie wahrscheinlich jeder, der einmal über deinen Blog gefallen ist, konnte ich diese Seite nicht mehr loslassen.

    Ich denke, nun ist es zeit für meine ersten Worte an dich: Du bist auf keinen Fall jemand für die Geschlossene! Im Gegenteil: Du bist für mich eine sehr starke Person. Du machst momentan eine sehr harte Zeit durch und ich bin überzeugt dass du das schaffst! Mit Hilfe all der jenigen um dich herum. All die tollen Menschen in deinem Leben werden dich dabei unterstützen!

    Ich hoffe, dass ich sehr bald über eine Ebbe lesen kann. Denn ich wünsche dir wieder ein „Auf“ in all diesen Fluten! Ansonsten werde ich anfangen eine „Schiffsbau-Anleitung“ zu studieren!

    Fühl dich mal in den Arm genommen!
    Aus Stuttgart
    Anna Juliana

  10. „Mein hehres Ziel für diesen Blog war und ist, niemals über alltägliche Banalitäten zu schreiben.“

    Schade.

    Liebe Andrea,

    auch wenn es jetzt vielleicht noch hart für dich klingt, ich sag es trotzdem:

    Verfall bitte nicht in die Idee, dass dieses Blog ein Sterbebegleitungs-Todes-Trauer-Bewältigungs-Michaelerinnerungs-Blog sein bleiben muss. Wir alle sind sehr interessiert an deinen alltäglichen Banalitäten. Ehrlich!

    Es muss nicht jedes Postings voll tiefer Gefühle und nachdenklicher Stimmungen sein.

    Ich schreibe das als langjährige Bloggerin. Ich weiß, wie man die Erwartungshaltungen seiner Leser im Kopf hat. Niemand hier erwartet (Trauerbewältigungs)Literatur. Wir lesen gerne auch das, was du einfach nur erlebt hast. Und niemand nimmt dir übel oder wundert sich, wenn es auch mal nichts mit dem ursprünglichen Grund für dieses Blog zu tun hat…

    Verstehst du, was ich meine?

    Ich will nur sagen – du darfst hier schreiben, was du willst. Du sollst nur nicht denken, deine Leser erwarten stets und ständig tiefschürfende, philosophische Betrachtungen über dein Leben.

    Das soll nun alles auch nicht heißen, dass ich erwarte, dass die Fluten vorbei sind und nur noch gelassene Ebbe herrscht. Weit gefehlt. Ich verstehe viel zu gut, was du schreibst und wie du fühlst. Aber heute hatte ich den Eindruck, dass dich da bei deinem Posting irgendsoeine äußere Erwartungshaltungshand geführt hat.

    Wenn ich mich täusche – vergiss diesen Kommentar einfach.

    Und das Ganze jetzt noch mal in einem Satz:

    Jetzt geht es um dich.


    Ich fürchte, ich konnte nicht klar machen, was ich sagen will, oder?

  11. Liebe Andrea,

    ich habe Deinen Weg bisher leise mit verfolgt. Ich habe nie in meinem Leben einen vergleichbaren Verlust erleiden müssen.

    Aus ganz anderen Erlebnissen heraus hatte ich lange Zeit Probleme mit Menschenmengen. Ich dachte ähnliche Gedanken wie Du.

    Mir hat geholfen, mich zunächst auf das „Gute“ zu konzentrieren, z.B. auf diejenigen, die sich umarmen, die sich nahe sind und die andere Menschen berühren und sich berühren lassen. Wenn man das zulassen kann und trotz der momentan eigenen innewohnenden Einsamkeit aushält, entsteht eine stille Freude, durch die Gewissheit, dass der Mensch trotz seiner Endlichkeit Liebe und Freude gibt und nimmt. Durch diese Berührung mit dem Leben kann ein Stück Trost und Friede entstehen. Und Liebe für sich und vielleicht auch sogar für die, die sich gerade streiten.

    Im normalen Leben ankommen – ich lese aus Deinen Zeilen eine Art „Aufbruchsstimmung“ heraus. Vielleicht sind es Deine Lehr-Bücher, vielleicht etwas anderes – ich wünsche Dir dass sich aus der „Langeweile“ und dem Gulasch mit der Zeit etwas Neues, Gutes entwickeln kann – dass dann zu Deiner neuen „Normalität“ in Deinem Leben werden kann.

    Herzlich
    Carmen

  12. Liebe Andrea,

    nein Du musst ganz sicher nicht in die „Geschlossene“. Ich denke das auch ohne den Verlust eines geliebten Menschen. Die Leute streiten sich um jeden Scheizz, wollen sich profilieren, gewinnen und hetzen durchs Leben, die Liebe bleibt oft auf der Strecke…ich habe auch solch düstere Gedanken…
    Es wird sicher dauern bis sich alles wieder etwas einpendelst aber Du machst das alles doch ganz gut – soweit es halt geht.
    Ich denke ganz oft an dich und die Jungs und schick dir ein paar Sonnenstrahlen gen Köln…

    LG Coli

  13. Liebe Andrea, gestern schon las ich deine Gedanken, gestern schon wollte ich dir so gern etwas schreiben und habe es doch nicht geschafft, zu schreiben, weil mir die Worte auszudrücken, dass mir Deine Gedanken und Dein Empfinden so vertraut sind. So zart und fein ist der Lebensfaden, so schützenswert und doch so schnell aufgegeben – und so laut die Welt…
    Alles, alles Liebe
    Sandra

  14. Hallo Andrea,
    wer so tief empfindet und so klar darüber schreiben kann, der gehört nicht in die Klappse, eher alle, die diese intensiven Gefühle nicht verstehen können, aber das wäre auch nicht ganz fair, weil nicht alle Menschen nicht diese Bandbreite an Gefühle hat und wer sie hat sie noch lange nicht so gut ausdrücken kann wie Du.
    Bleib in Deiner Mitte und schiel nicht nach anderen. Nach dem was Du alles erlebt und bis jetzt durchgestanden hast, ist es ganz normal sich nicht ganz ausgefüllt vorzukommen.
    Und hör auf Biggi. Das war wunderbar, was sie hier geschrieben hat.

  15. Liebe Andrea,
    weisst Du was ich immer weider beim Lesen Deines Blogs denken muss, und zwar in fast jedem Eintrag: „Wahnsinn wie gut diese Frau schreiben kann“ – „ihre Worte haben immer die richtige Nuance und treffen es immer genau auf den Punkt, man kann sich so gut in sie hineinversetzen, sie bringt tiefste Gefühle zum Ausdruck ohne jemals pathetisch oder platt zu wirken“ – „oh wie sehr ich sie bewundere…dafür wie sie schreiben kann über das was sie erlebt, dafür wie sie mit ihren Gefühlen umgeht und mit ihren Mitmenschen“ – „ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt, der so gesund mit dem umgeht, was ihm passiert, der alles zulassen kann und stark genug ist sich immer wieder selbst und mit Kreativität etwas einfallen zu lassen, ich wünschte ich wäre auch so und könnte das auch“…Liebe Andrea, ich könnte ewig so weiter schreiben, aber mir fehlt das Talent dafür (oder die Übung?) das was ich denke und fühle so gekonnt, knapp und treffend auszudrücken wie Du, bei mir wird es irgendwann immer ein kompliziertes Geschwalle und ich verliere mich in Formulierungen und Details bis ich gar nicht mehr weiss was ich eigentlich schreiben wollte und ganz verwirrt bin.
    Ich kann nur immer wieder feststellen, wie sehr ich Dich bewundere dafür wie Du Dein Leben meisterst, niemals denkst Du nur an Dich, aber doch in so einem gesunden Masse, dass Du es immer in so kurzer Zeit wieder schaffst Oberwasser zu gewinnen und wie es scheint fast nur aus eigener Kraft, trotz Deiner wundervollen Familie und Freunde. Ich finde Dich einfach nur gesund, patent, menschlich, zugänglich, emphatisch, symphatisch…alles alles andere als jemand der reif für die Klapse wäre. Im Gegenteil, ich denke solche Gedanken sind nur normal und gesund. Soll ich Dir mal sagen was ich den ganzen Tag so denke? Besser nicht denn sonst werde ich bald abgeholt und eingeliefert…wahrscheinlich denke wir alle oft die abstrusesten Gedanken. Das ist wohl wie mit den Träumen in der Nacht, da kommt so vieles aus dem Unterbewusstsein und uns völlig absurd und sinnlos vor, aber ich denke, das ist eine gesunde Reaktion unserer Seele und des Unterbewusstseins, um das was wir erleben verarbeiten zu können. So, jetzt ist´s wieder lang und koompliziert geworden.
    Ich wünsche ein wunderschönes Wochenende nach Köln, alles Liebe
    Barbara

  16. [...] Alltag Mein hehres Ziel für diesen Blog war und ist, niemals über alltägliche Banalitäten zu schreiben. Aber immer nur [...] [...]

  17. Liebe Andrea,

    ich kann das gut verstehen. Ich habe das Gefühl gehabt, dass Mias blog eben Mias Blog ist, und mich irgendwann gefragt, was ich denn jetzt noch schreiben soll, wo Mia nicht mehr da ist. Ich wollte auch nicht nur die Leute vollheulen (so dachte ich), weil einem eben immer nur dann nach bloggen zumute ist ;-) . Ich dachte, das andere langweilt, was soll ich denn da schreiben. Ich habe für mich die Lösung gefunden, einfach einen zweiten blog zu schreiben. Trotzdem führe ich Mias Blog fort, aber eben nicht mehr mit meinen Gefühlen und Erlebnissen. Die haben jetzt einen anderen Platz, und das fühlt sich auch rund an. Vielleicht kannst Du auf dieser Seite einfach einen zweiten blog einfügen, in dem du einfach Deinen Alltag mitteilst, wenn Dir danach ist? Ich würde Dich sehr gerne ein Stück weiter begleiten.

    Alles Liebe,
    Claudia

  18. Ich hab dir zu geweint.

    Und Geschlossene, naja, da trifft man auf Leidensgenossen ;-/, es is ja auch zwischendurch zum Wahnsinnig werden. Aber nur zwischendurch. Gibt auch Wehenpausen .. ;-/.
    Es sind Wehen, Geburtswehen. In ein neues Dasein.

    Kennst du diese Geschichte …?
    http://herminemandl.wordpress.com/2008/07/28/geschichte-zwillinge-ein-dialog-im-bauch-der-mutter/

    Ich hab mit geweint, vielleicht musst du ja dann dann von den schweren schlimmen schmerzenden quälenden Tränen zwei weniger weinen, hm?

    Liebe Grüße
    DDagi


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