Wenn Weihnachten ist …
28. Dezember 2008 at 22:05 | In Blog | 23 Comments… ist nichts normal. Nicht in diesem Jahr. Vielleicht auch nicht im nächsten.
An Heiligabend war es eigentlich ganz nett hier bei uns, mit dem Wie Immer. Die fantastischen Jungs haben Carl-Friedrich ganz alleine geschmückt, nachdem sie ihn am Dienstag schon ganz alleine in die Wohnung geschleppt hatten und nachdem wir nach der Anregung aus einem Blogkommentar einen Ast mitten aus dem Baum geschnitten hatten, den wir später zusammen mit dem letzten Keksbrot zum Walnussbaum brachten. Als die Jungs dann am Nachmittag auch noch die ganze Wohnung staubsaugten, und zwar so ordentlich, dass ich nur noch mit dem Wischlappen hinterher musste, liebte ich sie noch mehr als sonst. Wir deckten dann den Tisch und schon wurden sie vom Opa samt Hund abgeholt, eben nicht wie immer.
Mein vager Versuch, die Südstädter Sängerknaben und -mädchen am Flügel zu begleiten, scheiterte später so kläglich, dass es schon wieder lustig war. Und ich habe vor unserer Feier mehr geheult als währenddessen. Es ging also irgendwie. Wir hatten eine tolle Bescherung, und der Hund bekam durch die Verlosung das erste Päckchen, dessen Inhalt – einen Stoffball – er sofort in tausend Teile zerlegte.
Am ersten Weihnachtstag ergaben wir uns der Faulheit und packten am Abend unsere Taschen, denn ein weiteres Wie Immer an Weihnachten ist die Reise zu den Schwiegereltern ins Süddeutsche. Sie hatten mich schon nach der ‘Schief’ gefragt, ob wir denn kommen würden und ich sagte natürlich ja. Wie flau mir bei dieser Zusage gewesen war, verdrängte ich bis zum vergangenen Donnerstag Abend.
Am Freitag Morgen machten wir uns dann auf den Weg. Mein Vater brachte uns zum Bahnhof und wir bestiegen den Zug. Schon da wusste ich, dass das, was kommen würde, einfach viel zu viele Erste Male sein würden. Dass das fünfte große Erste Mal in seiner Summe aus vielen kleinen Ersten Malen mit ziemlicher Sicherheit dazu führen würde, dass ich für die nächsten zehn Jahre nicht mehr aus dem Loch herauskommen würde.
Helmut holte uns am Bahnhof ab und wir fuhren zuerst zu den Schwiegereltern, um eben jene zum Restaurant zu fahren. Die Straße, das Haus … ich ging nur schnell rein, um unser Gepäck abzustellen und das reichte mir schon. Wir fuhren ins Restaurant, alle waren dort. Alle, bis auf den einen. Nach dem Essen gab’s Ramazotti aufs Haus, den wir auf Michael tranken. Aber es ist doch etwas anderes, ihn am Baum zu trinken. Als wir nach dem Essen wieder nach Hause kamen, saß ich für mindestens eine Stunde in der Küche der Schwiegereltern und war sicher, dass ich sie nie mehr verlassen könne, um mich zu den anderen zu gesellen. Elisabeth nahm mich in den Arm und wiegte mich, es war warm, aber es half nicht wirklich.
Schließlich ging ich doch rein und wie immer wurde vor der Bescherung gesungen. Auch der Kanon, den Helmut seinerzeit zusammen mit Klaus, Jens und Willi an Michaels Bett intoniert hatte. Ich sang nicht mit, denn ich hätte keinen Ton rausgebracht, und das lag nicht an meinem elenden Husten. Bevor die Geschenke verteilt wurden, gab Elisabeth wunderschöne Regenbogenkerzen aus. Jeder zündete eine an und es gab eine weitere extra für Michael. Alle schauten in das warme Licht der Kerzen und niemand sagte einen Ton. So eine schöne Geste. Und sie liefen, die Tränen. Als es dann nach den Geschenken Sekt für alle gab, gab es auch ein Glas für Michael, das wir schließlich reihum leerten, jeder einen kleinen Schluck.
Auch das Abendessen verlief wie immer. Es wurden fade und gute Witze erzählt und es wurde stundenlang darüber diskutiert, ob der Meerrettich nun scharf genug sei oder nicht und wie man die Schärfe durch die Art der Zubereitung beeinflussen könne. Um halb elf waren wir alle platt wie die Flundern, die anderen fuhren nach Hause und ich ging mit den Jungs nach oben uns Gästezimmer.
Dort lag ich im Bett, neben mir schnarchten selig die Jungs, die den Tag mit ihren Cousins und Cousinen sehr genossen hatten. Und weil wir sonst auch nie zeitgleich ins Bett gingen, weil Michael sich unten immer noch mit seinen Eltern unterhielt, wartete ich jede Sekunde darauf, dass er reinkäme. Und wartete. Und er kam nicht. Wie auch. Das war eins der kleinen Ersten Male, die die Summe so unendlich schwer machten.
Genau so erging es mir am nächsten Morgen beim Frühstück. Ich saß in der Küche und wartete. Aber er kam nicht rein, frisch rasiert, sagte nicht „Guhnmooooohn“ und fragte nicht, ob der Kaffee schon fertig sei. Weil ich dachte, es zerreisst mich, sagte ich seinen Eltern, wie ich empfinde und so weinten wir gemeinsam, was in allem Blöden auch irgendwie schön war.
Später am Vormittag fuhr ich mit den Kindern in die Stadt. Nicht mit dem schicken BMW mit Michael als Chauffeur, sondern zum ersten Mal mit dem Bus. Auf dem Weg zu Haltestelle erteilte mir der Große die Absolution dafür, dass ich so viel weinen muss. Das gute Kind.
Wir überlebten auch die Busfahrt. Gingen die kleine Einkaufsstraße entlang und trafen dann Michaels Freunde aus Urzeiten in dem Café, in dem sich eben wie immer alle nach Weihnachten und auch sonst an Samstagen treffen. Dort verabredeten wir, dass Karsten und Gottlob am Nachmittag zum Kaffee kommen sollten. Die kamen dann auch und es war so schön, alle möglichen Anekdoten aus Michaels wilder Jugend zu hören, Erinnerungen an die diversen Bands, die die Jungs hatten, an vergeigte Kriegsdienstverweigungsgespräche und vieles mehr.
Heute ging es dann schon ein wenig besser, und ich konnte beim Mittagessen im Restaurant ohne zu weinen denken, dass Michael seine größte Freude an dem leckeren Rehbraten gehabt hätte und natürlich an dem schwäbischen Kartoffelsalat. Und wie er auf jeden Fall der letzte gewesen wäre, der mit Essen fertig wird, weil er gerne langsam und genussvoll aß und außerdem immer Unmengen.
Nun sind wir gut wieder zu Hause gelandet, nach einer sehr entspannten Zugfahrt und Papas privatem Chauffeurservice. Und ohne meine Schwiegerleute verletzen zu wollen, bin ich heilfroh, dass wir wieder hier sind. Es war schön in K/T, aber es war auch eine sehr harte Zeit, der vielen kleinen Ersten Male wegen. Im Moment bin ich noch nicht mal stolz darauf, diesen Schritt gewagt zu haben. Der Unterschied war einfach zu groß. Während ich hier schrittweise immer besser damit zurecht komme, dass Michael nicht mehr da ist, merkte ich die große Lücke dort umso stärker. Und das piekte, tat weh. Jemanden vermissen, der nicht mehr wiederkommen wird, ist echt echt fies.
Ich saß dort am Rand des Lochs, ganz lange zuweilen, aber reingestürzt bin ich nicht. Nicht dort.
- Andrea
23 Kommentare »
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oh goldie,
jetzt muss ich ein bisschen weinen.
wegem dem meerrettich.
und wegen dem zupfkuchen den michael in unserer küche so langsam aß, dass ich mich fragte ob er ihm vielleicht nicht schmeckt…
und über dich.
und über das fehlen von ihm.
und über die kinder.
und über die muddi und den vaddi und die ganzen brüder.
über diese ganze elende geschichte, die doch immer wieder aus unvorstellbaren hüten magische momente hervorzaubert.
ich bin stolz auf dich mein lieb. immer.
und heute noch einmal mehr!
küsse und umarmungen und ein herz voller liebe,
dein gold
Kommentar von anna — 28. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
ich frage mich die ganze Zeit wie Du das geschafft hast?
Wo nimmst Du nur die Kraft her?
Du kannst so stolz auf Dich und Deine tollen Jungs sein.
LG Anja
Kommentar von Anja — 28. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
still lese ich noch immer mit, auch wenn ich mich nicht mehr oft zu Wort melde. Und heute hast Du mir mal wieder ein wenig Augenpipi bereitet… denn gestern vor einem Jahr ist meine ueber alles geliebte Oma vollkommen unerwartet gestorben. Dieses Weihnachten war unser letztes erstes Mal. Es war das erste Weihnachten ohne meine Oma. Das Jahr zog sich hin mit all den den ersten Malen ohne sie. Silvester, diverse Geburtstage, und einfach Telefonate so ab und an, wenn ich das Beduerfnis hatte, mit ihr zu reden.
Mittlerweile sind die frischen Wunden vernarbt… aber sie platzen doch noch auf, wenn man feststellt, hier gab es schon wieder ein erstes Mal. Ich hoffe sehr, dass dieses letzte erste Mal eine neue Phase einleutet.
Alles Liebe fuer Dich und ich wuensche Dir von ganzem Herzen weiterhin die Kraft, die Du benoetigst, um all die ersten Male zu ueberstehen, und in all diesen ersten Malen auch was schoenes zu finden,
Ute
Kommentar von suchlovelyfreckles — 28. Dezember 2008 #
….du tapfere Frau, du.
Woher du immer die Kraft nimmst…….deine Worte klingen so traurig und ich kann erahnen, wie unendlich schwer manche Situationen gewesen sein müssen.
Liebes, nun hast du wieder ein Stück des Berges der ersten Male erklommen….und irgendwann wirst du auf dem Gipfel stehen, der dann zu den zweiten Malen führt…
du hast schon viele erste Male geschafft und ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht für die weiteren ersten Male.
Wenn ich könnte, dann würde ich dir gern ein paar abnehmen…
ich umarme dich sehr, Regine
Kommentar von Regine — 28. Dezember 2008 #
Liebe Andrea…ganz spontan fiel mir ein Spruch ein, der aus folgendem kleinen Gedicht stammt (vielleicht wurde er auch schon irgendwo in diesem Blog geschrieben…)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
Ein Lichtlein wie ein Stern so klar,
es wird Dir leuchten immer da.
Wird zeigen Dir den Weg zurück,
den Weg zu einem neuen Glück.
Drum glaub daran – verzage nie,
es geht schon weiter – irgendwie.
Und mit Willen, Kraft und Mut,
wird dann alles wieder gut
Du mußt nur immer fest dran glauben
und laß Dir nur den Mut nie rauben.
Es gibt für alles einen Weg,
und sei’s auch nur ein kleiner Steg.
Es gibt nunmal nicht nur gute Zeiten,
das Leben hat auch schlechte Seiten
Doch wie bist Du stolz, wenn Du’s geschafft,
aus Sorgen und Nöten – mit eigener Kraft,
herauszukommen, was Du nie geglaubt,
da man Dich sooft schon der Hoffnung beraubt.
Doch die Hoffnung auf ein besseres Leben,
die lasse Dir bitte, niemals nehmen.
Denn wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt irgendwo ein Lichtlein her.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Alles Gute für Dich und Deine Jungs
Reinhild
Kommentar von Reinhild — 28. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
die Geschichte mit dem Zweig fand ich auch beim Lesen der Kommentare im Blog sehr anrührend. Eine herzzerreißend traurige Tradition habt Ihr da weitergeführt.
Ich habe mich schon immer gefragt, wie all diese Familien all diesen Schmerz in all den Kriegen ertragen konnten. Können.
Aushalten. Weil sie mussten und müssen, wahrscheinlich. So wie Du jetzt.
Kraft und Zuversicht und Liebe wünsche ich Dir für das neue Jahr.
Viele Grüße
von Güde
Kommentar von Güde — 28. Dezember 2008 #
ich war so manches mal gestrandet, doch ich stand wieder auf.
und auch am boden zerstört hörte ich nie damit auf.
zu wissen, dass ich mich, was immer kommt, ergeben muss.
und wenn’s noch schlimmer kommt, dann weil ich es erleben muss.
ich schwimm nach oben, gehe unter und bin immer im jetzt.
ich steh auch immer wieder auf, weil ich mich nie wieder setz.
ich war schon immer in bewegung und ist irgendwann schluss,
dann war mein leben bis dahin ein einziger fluss.
(thomas d.)
liebe andrea,
das hab ich heute gelesen und musste gerade wieder daran denken, beim lesen deines blogs.
ich stelle mir diese ersten male gerade bei so ritiualisierten anlässen wie familienfeiern unsagbar schwer vor. deshalb musste ich beim lesen sehr schlucken.
und dann dachte ich mir, dass erste male ohne michael auf eine art auch eine fortführung der ersten male mit ihm sind. auch in langjährigen beziehungen gibt es immer wieder erste male, die man erlebt.
ich wünsche dir so sehr, dass du eure so offenbar große liebe eines tages schmerzfrei in dir tragen kannst.
liebe grüße
nina
Kommentar von nina — 28. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
Wie so oft laufen hier schon beim Lesen die Tränen. Es isst so herzzerreißend traurig, was du erlebst, dass es nur über das Geschriebene wehtut. Wie zum teufel hältst du das aus?
Ich habe solche Hochachrtung vor dir, du bist eine wunderbare, starke frau!
Ganz liebe grüße und sei stolz auf dich!!!
Kommentar von sarah — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
solltest du doch einmal in dieses Loch fallen, dann vergiss nicht zuerst nach der Leiter zu suchen, die dich wieder rausbringt.
Du kannst auf dich stolz sein, auch wenn du es noch nicht so spürst, denn Erinnerungen verdrängen ist nicht schwer, sie zuzulassen um so mehr und du hast dich dem gestellt,…..dem „ich kann nicht weglaufen, es gehört dazu“ und hast es gemeistert.
Ich drücke dich ganz dolle und deine Lütten auch, die schon so wahnsinnig groß geworden sind =)
Liebe Grüsse
Jen
Kommentar von Jen — 29. Dezember 2008 #
Hallo Andrea
hier das angekündigte WINTERLIED*
EnjoYiT
http://www.youtube.com/watch?v=_Wf8AQhTQPU
Guten Rutsch und im Neuen Jahr wird ALLES BESSER!
gibsonizer258
*wenn du am text was ECKIGES findest, lass michs bitte wissen, texte müssen RUND sein
Kommentar von wolfmanstag — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
heute habe ich kurz „bei Dir“ reingeschaut. Jetzt hocke ich hier und ringe mit den Worten.
Deine Erlebnisse in Michaels „Welt“, deine Tage mit Deinen Schwiegereltern war heftig … so viele ersten Male.
Ich finde es gut, daß Du dort hingefahren bist. Es war sicherlich auch für Michaels Eltern ein kleiner Trost, Dich und ihre Enkel dort zu haben.
Ich fand es rund, denn ich bin mir sicher, daß Du einen wichtigen Schritt gegangen bist.
Ansgar und ich fahren jetzt eine Woche in „Urlaub“ ins Schwäbische, um auch Familie zu besuchen.
Ich möchte Dir, Laurin, Jonas, Deinen Eltern und Schwiegereltern und Deinen Freunden einen – wie wir Franken sagen – guten Beschluss wünschen. Ich finde diese Redewendung besser als „guten Rutsch“ oder „Frohes Neues Jahr“.
Alles Liebe wünschen Eva – Maria und Ansgar
Kommentar von Eva - Maria — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea
Ich war in den letzten Tagen so oft gedanklich bei Euch und habe mich gefragt, wie ihr die Tage wohl «übersteht».
Unglaublich, wie stark ihr seid! Meine Hochachtung.
Diese ersten Male müssen erdrückend sein und du hast wieder eines geschafft.
Weiterhin alles Liebe für dich und deine Jungs
Corinne
Kommentar von Corinne — 29. Dezember 2008 #
Liebes,
jetzt muss ich auch ein bisschen weinen.
(((Andrea)))
Bussi
Esther
Kommentar von Esther — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
Dinge hinnehme, die man nicht ändern kann….. Dieser Satz hat seit dem Tod meiner Tochter eine vollkommen andere Bedeutung bekommen. Es gehört wohl mit zu der schwierigsten Aufgabe die wir im Leben haben. Dinge hinnehmen zu müssen die wir nicht ändern können. Ich kenne das Gefühl des WARTEN und es ist so Schmerzvoll….
Fühl Dich gedrückt Andrea. Von Herzen
LG Ana
Kommentar von Ana — 29. Dezember 2008 #
Ich lese wie immer und bin wie immer den Tränen nahe. Mir fehlen wie immer die Worte und wie immer schicke ich Dir die liebsten Gedanken auf den Weg. Ganz viele, liebe, warme Gedanken. Nicole.
Kommentar von Nicole (20599) — 29. Dezember 2008 #
Himmel, Andrea…
den ganzen Vormittag halte ich schon die Tränen zurück, weil ich Geburtstag hab, niemand anruft, niemand, kommt oder schreibt. Dann lese ich Deinen Blog und meine Kleine singt aus dem Stehgreif „Habbiiii Bössdei, lie-hiebe, sssöööne, dicke Maaama!“ für mich. Und nun fließen sie in Strömen… Ich umarme Dich herzlich und wünsche Dir viel, viel Glück und inneren Frieden für das nächste Jahr. Ich hab´s wohl schonmal geschrieben, aber ich tu´s wieder: Du bist unglaublich!!!
Alles Liebe
Dori
Kommentar von Dori — 29. Dezember 2008 #
Liebste Tinka!
Wie unglaublich mutig und großartig, dass du auch jetzt, mitten in deinem immer wiederkehrenden Schmerz, mit wundem Herzen, die Traditionen aufrecht erhältst, die euer gemeinsames Leben geprägt haben.
Und wie tröstlich für Michael, da oben auf seiner Wolke, dass seine Familie nach wie vor eure Familie ist, seine Freunde deine Freunde, seine Rituale etwas, das du (zumindest für den Moment) beibehältst.
Sicher wirst du irgendwann, gemeinsam mit Jonas und Laurin, neue, ganz eigene Wege gehen, wird sich manche Art und Weise, die Dinge zu tun, verändern.
Auch das wird dann gut und richtig – und wichtig für euer neues Leben sein!
Aber dieses bewußte Erleben (und auch Erleiden) der „ersten Male“ wird euch, da bin ich ganz sicher, stark machen für das, was kommt.
Denn du weichst dem, was an Schönem und Schmerzvollem auf deinem Weg liegt, nicht aus, sondern stehst es durch.
Gehst einen Schritt nach dem anderen mitten hinein.
Ich schätze, gerade für Jonas und Laurin wird es ungemein prägend sein, wie du Tag für Tag (und das ungehindert von Angst und Tränen im Gepäck) so gut es nur geht, das Alte und Neue verschmelzen lässt.
Für den Rest dieses, vor allem aber fürs neue Jahr wünsche ich dir und euch daher, dass es euch nach wie vor gelingt, einen gangbaren Weg zu finden – umgeben von Menschen, die euch immer wieder ein bißchen von dem Päckchen abnehmen, was euch das Schicksal aufgebürdet hat.
Und mir und allen, die hier ebenso regelmässig lesen, wünsche ich, dass du uns weiter teilhaben lässt, an eurem Leben.
Schreib weiter, Andrea! Es ist traurig, zu Herzen gehend und doch tröstlich, zu sehen, wie und vor allem, dass es weitergeht, dieses Leben, das du so nicht geplant hattest!
Und Erinnerungen, so fest man sie auch in seinem Gedächtnis verankert und so oft man sie hervorkramt, um ja kein Fitzelchen zu vergessen, sind doch immer flüchtiger, als es das geschriebene Wort ist.
Heb sie auf, diese Erinnerungen, sie sind so kostbar!
Ganz liebe Grüße und alles Gute von Michi
Kommentar von Michi — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
ich bin über Katjas Moskau-Blog auf diese Seite hier gestoßen.
Ich kann im Moment nicht viel dazu sagen, außer, dass mich Deine Situation und Deine Texte sehr berühren.
Und dass ich wiederkomme.
Liebe Grüße
Rita
Kommentar von Rita — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea, liebe Junx!
Ich habe in den vergangenen Tagen viel an Euch gedacht, ich mag gar nicht nachdenken, wie schwer die Tage für Euch gewesen sein müssen.
Aber wie Jen schon schrieb – stell Dir eine Leiter ins Loch. Du wirst sicher immer wieder hineinfallen, aber ich wünsche Dir auch, dass Du immer wieder herausfindest.
Ich wünsche Euch Dreien, dass es im momentan sicherlich ziemlich eckigen immer runder wird.
Alles Liebe wünscht
Uschi
Kommentar von Uschi (21581) — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
ich wünsche euch von Herzen einen „Guten Beschluss“ des Jahres. So, wie Eva-Maria es sagte. Es ist ein besserer Ausdruck als all die anderen.
In diesem Jahr ist viel geschehen, wir haben mit dir gemeinsam die Demut gelernt. Demut vor allem vor der Liebe. Der guten, starken und immer wieder runden Liebe, die es zwischen den Menschen geben kann und geben sollte. Du hast mir mit deinen vielen Zeilen gezeigt, dass mir in meinem Leben vieles noch fehlt. Dass ich mich oft geirrt habe, in mir, an mir, an anderen.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar – man sieht nur mit dem Herzen gut. Dieser Satz stammt auch von jemandem, der viel zu früh gegangen ist, der aber viel zurückgelassen hat.
Ich wünsche dir von Herzen alles alles Liebe.
Meine Liebe, die Löcher sind das, was uns stark macht. Geben wir es doch mal zu, wir Amazonen der Neuzeit: sie stärken unsere Muskeln, sie schärfen unsere Sinne und sie bringen uns dazu, unsere Kinder in eine gute Zukunft zu geleiten. Auch, wenn wir manchmal daran zweifeln…….
Und Dori: Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag heute! Ich unarme dich mal virtuell…..
ManouHH (2770)
Kommentar von ManouHH — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,..
ich bin durch WordPress-Anfänger-Zufall auf deine Seite gestolpert… und berührt von deinen Worten, komme ich nicht drum rum dir mein Mitgefühl auszusprechen und dir ein paar Zeilen von Erich Fried zu schenken…
Aufhebung
Sein Unglueck
ausatmen koennen
tief ausatmen
so dass man wieder
einatmen kann
Und vielleicht auch sein Unglueck
sagen koennen
in Worten
in wirklichen Worten
die zusammenhaengen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen koennte
Und weinen koennen
Das waere schon
fast wieder
Glueck
ich finde du hast es geschafft mit Worten dein Unglück auszusprecehn, Worte mit denen du Menschen berührst, Worte und Menschen, die dich auf den Weg zum Glück begleiten.
alles Liebe -immer wieder Sonntags-
Kommentar von sonntags — 29. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
ich verneige mich vor Deinem Mut, Dich so vielen ersten Malen auf einmal zu stellen und dem Leben nicht auszuweichen. Und das alles in Worte zu fassen, aus denen bei aller Trauer so viel Wärem spricht.
Ich habe Tränen in den Augen und weiß, wie klein doch meine Sorgen sind. Ich wünsche Dir weiterhin Mut und Kraft, auch für die Tränen, die immer wieder notwendig sind.
Kommentar von weltdeswissens — 30. Dezember 2008 #
Liebe Andrea,
ein dicker kloss istzt mir im Hals und die tränen liefen.
diese verflixten ersten male in ‘fremder’ Umgebung, man ist so ausgesetzt, Wind und Wetter, die Haut ist viel zu dünn.
Und dann doch Gold, goldene Momente, die du mitnehmen konntest.
Ich wünsch dir was, Gutes, etwas das trägt, immer wieder Mut macht, dir hilft und dir immer wieder zur Seite steht. Und die Schmerzen nachlassen.
Liebe Grüße DD
Kommentar von B-blüte — 1. Januar 2009 #