Über Aufs und Abs
23. Oktober 2008 at 16:23 | In Blog | 37 CommentsIch glaube, diese Überschrift gab es schon mal, aber mir fällt gerade nichts besseres ein.
Heute war ein komischer Tag. Gestern Abend war es noch so schön, denn meine Eltern und Moni und Willi waren hier. Wir tranken Wein, sprachen über die Abschiedsfeier, über Michael und über die vergangene Woche. Und es gab wieder dieses runde Gefühl.
Der Wein allerdings sorgte dafür, dass ich heute morgen nur schwer aus dem Bett kam. Ich hatte mich gerade mühsam hochgerappelt und sogar schon fertig angezogen, als die Kinder aufstanden und mir sagten, dass sie heute lieber nicht in die Schule gehen wollen. Also blieben sie hier und wir haben zusammen das Kondolenzbuch durchgelesen. Dort hatten sich auch ein paar ihrer Freunde eingetragen, das fanden sie toll und sehr nett. Später kam wieder ein Haufen Post und wir lasen die Karten und Briefe. Manche waren so rührend, dass ich weinen musste. Und als später noch mal am Rechner saß und das Kondolenzbuch erneut aufrief, war alles am Ende.
Wenn ich dieses oder ein anderes Foto von Michael sehe, dann denke ich, was für eine elende Verschwendung es ist, dass ausgerechnet dieser wunderschöne Mann nicht mehr lebt. Dass er nie wieder am Flügel sitzen und sich die schönen schlanken Finger wundspielen wird. Diese Hände, über die Jens noch letzte Woche sagte „Wenn ich solche Hände hätte, würde ich allein deswegen heiraten, weil ein Ring daran so gut aussieht.“ Sie sind weg. Dieses unendliche Talent, es ist weg. Niemand bespielt mehr dieses Instrument, die Kinder haben die Lust verloren und es ist nicht die Zeit, sie anzutreiben und außerdem eine neue Klavierlehrerin zu suchen. Und ich mit meinen drei doofen Stücken, bei denen die Kinder immer die Fehler zählen und jedesmal über 20 kommen, das ist doch auch nichts.
Mein Problem ist nicht, dass ich im Alltag nicht ohne ihn zurechtkomme. Ich habe doch schon so lange alles alleine gemacht, mich zusätzlich um ihn gekümmert. Das ist es nicht. Derzeit ist es das verlorene Schöne, das ich beweine. Müßig zu sagen, dass wir auch schlechte Zeiten in den fast elf Jahren hatten, die wir zusammen waren. Dass er Eigenschaften hatte, die mich genervt haben. Und doch. Ich hasse es, dass er weg ist.
Um aus diesen Gedanken rauszukommen und dafür lieber die Sonne zu genießen, bin ich mit den Kindern und dem Hund rausgegangen, eine schöne kleine Runde durch die Südstadt. Unterwegs fiel mir ein, dass wir die Kinder aus der Planung der Abschiedsfeier ausgeklammert hatten. Niemand hat sie gefragt, ob sie vielleicht auch eine Idee haben, und sie haben von sich aus auch nichts gesagt. Ich sagte, dass mir das sehr leid tut und ob sie vielleicht noch eine Idee haben. Der Große meinte dann, er könne sich ja mit seinem Bruder abwechseln und das Programm für die Feier vor deren Beginn vorlesen *umfall*
Ich sagte, dass ich das äußerst cool fände, es selber im Leben nicht könnte, allein, weil da so viele Leute sein werden. Da wurde er dann auch etwas zurückhaltender und wir verblieben so, dass sie das morgen einfach spontan entscheiden sollen. Den Text zum Üben haben wir jedenfalls hier.
Es erleichtert mich wieder so sehr, alles hier aufzuschreiben. Nicht auszudenken, wie es ohne das Blog wäre, das ich zu Beginn der 18000-Aktion eigentlich gar nicht haben wollte …
- Andrea
37 Kommentare »
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Komisch in letzter Zeit stolper ich in den Büchern die ich lese immer über Parallelen zu dem, was Du hier schreibt. Im Augenblick lese ich Marian Keyes „Anybody out there?“, dass von einer Frau handelt die ihren Mann verloren hat. Und auch sie beschreibt es als eine Lücke. Als wenn die zweite Hälfte plötzlich fehlt. Vielleicht hast Du ja irgendwann mal Lust und Kraft das Buch zu lesen.
Ich fürchte richtig aufhören wird das gefühl nie und das ist auch gut so. Aber irgendwann kannst Du damit umgehen, auch wenn es jetzt noch nicht so scheint.
Und wie immer wünsche ich Euch dreien alles Gute und viel Kraft! Ich finde ihr macht das echt sehr bewundernswert!
-T
Kommentar von Tinkerbells — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea
Deine beiden Goldstücke sind ja ganz schön mutig! Ich werde auf jeden Fall in Gedanken bei Euch sein und ganz viel Kraft senden!
Dein Blog berührt mich gerade heute besonders stark, ich kann einfach nicht anders, als immer wieder hier vorbei zu schauen, wie es Dir geht. Und so wie Du schreibst, tut Dir das selber ganz gut. Das ist ja wie ein Ventil, alles Angestaute kann raus.
Ich habe Dir bereits geschrieben, wie ich Deine Stärke so sehr bewundere. Aber Du musst nicht immer Stark sein, wahrscheinlich tut es Dir sogar gut, wenn Du mal etwas schwächer bist und auch das verlorene Schöne beweinen kannst, auch wenn es momentan einfach nur weh tut
Alles, alles Liebe für Morgen
Corinne
Kommentar von Corinne — 23. Oktober 2008 #
Ich glaube, diese Zeiten werden noch sehr oft kommen, Andrea, aber das weißt du ja auch selbst… und es ist doch völlig normal – lass es zu und trauere!!!!
Das ist sooo wichtig.
Deine beiden Jungs sind wirklich Goldstücke, wie Corinne schreibt… ich bin gespannt, ob sie morgen etwas sagen!
Ich wünsche dir für morgen…… ja, was kann man da sagen, es klingt alles so belanglos… Kraft… aber auch vielleicht Glück und Freude… und noch einmal jede, jede Menge Kraft!
Ich werde sehr an dich und euch denken und an Michael, der da von oben zuschauen wird…. er wird sich tierisch freuen, da bin ich sicher!
*umarm*
Karen mit Krümel Julia
Kommentar von Karen — 23. Oktober 2008 #
*lächel*
Es tut gut, das aufzuschreiben, hm?
Ich erinnere mich an die Gespräche, die wir über ein Blog hatten – anfangs hast Du für „uns da draußen“ geschrieben. Aber ich glaube, inzwischen schreibst Du genauso für Dich.
Ja, dieser schöne Mann hinterlässt eine große Lücke. Das ist aus jedem Deiner Worte zu spüren. Aber er hinterlässt auch viel Liebe.
Ich hoffe, es ist Dir Recht, dass ich genau DAS Foto für das Kondolenzbuch genommen habe.
In Gedanken bin ich bei Euch, morgen ganz besonders. Alles Liebe
Chris
Kommentar von Chris — 23. Oktober 2008 #
Ich habe heut besonders an Dich, an Euch gedacht…
Für morgen (und nicht nur für dann) wünsche ich Euch alles, was Ihr braucht.
Die stumme Mitleserin
Yewa
Kommentar von Yewa — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea!
Ja, man vermißt das Schöne. Das Besondere. Das Wesen des geliebten Menschen. Und die Reaktion des Menschen auf einen selber.
Mit den Händen – noch heute, 10 Jahre nach ihrem Tod, habe ich manchmal ganz plötzlich die Hände meiner Mutter vor Augen, so schöne Hände…
Wie gut, dass der Blog dir guttut!
Ich denke viel an euch und besonders natürlich morgen.
Liebe Grüße,
Steffi (3449)
Kommentar von Steffi — 23. Oktober 2008 #
liebe andrea,
ich sehe es auch als verschwendung an, obwohl ich michael nicht kannte.
schreib ruhig alles auf, wir sond alle immer für dich da.
morgen denken viele leute besonders fest an euch
liebe grüße traudel
Kommentar von Traudel — 23. Oktober 2008 #
Ach Andrea!!!
((((((((((((((((Tinka))))))))))))
JETZT muss ich richtig heulen (und ich warne dich, das wird morgen nicht besser sein … :°°-/), denn genau das ist auch die letzte Erinnerung an meinen Papa: Seine für einen Mann ganz untypischen schlanken Hände, die ich heute noch vor mir sehe …
Ach und wie wie wie gern hätte ich Michael einmal spielen gehört auf dem Instrument, das auf so komplizierten Wegen in eurer Wohnung gelandet ist … :°°-(
Alles Liebe von Michi
Kommentar von Michi — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea, wie Recht du hast – welche eine Verschwendung…
so traurig – so schlimm….
Delie, sehr betroffen…
Kommentar von delie — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
du hast wirklich 2 ganz ganz tolle Söhne…. wahnsinn.
Ich kenne dich nicht persönlich, auch deinen Michael nicht, doch hatte ich immer ein Bild vor Augen, wenn ich an euch beide dachte. Es gab mal im BZ ein Post, in dem du ein Bild von Michael gezeigt hattest – und ja, er ist wirklich ein sehr schöner Mensch.
Für morgen wünsche ich euch allen viel viel Kraft, helfende Hände, Schultern zum anlehnen, ein Mut machendes Lächeln, Sonnenstrahlen, die die Seele erwärmen.
Liebe Grüße
Steffi
Kommentar von Steffi — 23. Oktober 2008 #
Liebe Tinka,
wie deine Jungs schon so richtig sagten, es ist einfach doof.
Du darfst es hassen, dass Michael nicht mehr da ist.
~
Morgen werden ganz viele Gedanken eure Abschiedsfeier begleiten, viele Kerzen werden überall in Deutschland (und darüber hinaus) leuchten, wenn ihr diesen schweren Weg geht.
Ganz liebe Grüße „aus“ der Nordsee von Conni,
die sich – wie Michi – auch noch gut an die komplizierte Geschichte des Flügel-Einzugs erinnert…
Kommentar von Conni — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea, heute ist es besonders doof das Michael nicht mehr hier ist hmmm?
Und das finde ich auch, er war ein sehr hübscher, gutaussehender Mann, hatte so liebe Augen, ich kann´s immer noch nicht glauben, das dieser Weg so zu Ende ging,
Für morgen und überhaupt, alles gute von Mia
Kommentar von Mia — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,

ich weiß noch wie Du (ich glaube es war anlässlich Eurer Hochzeit) Fotos von Deinem Mann auf eurer Homepage veröffentlicht hast.
Da dachte ich noch: Boahh sieht DER gut aus und Klavierspielen kann er auch noch. Wo hat die den bloß aufgetrieben *neidischguck*
Ja, es ist echt sch****, dass Kölns schönster Klavierspieler viel zu früh gehen mußte.
Doch zwischen Euch ist nichts offen geblieben, keine Fragen, kein „Hätte ich doch noch …“, kein „Wir müßten doch noch …“ und DAS, das kann ich Dir versprechen, wird Dir helfen in der Zeit der Trauer, es wird Dich tragen und Dir Kraft geben für die Zukunft. Du wirst es sehen.
Alles Gute für morgen.
Elli
Kommentar von Elli — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
ich komme gerade von meiner „Anna“ und wir haben über Euch gesprochen. Und ich sagte ihr dass ich hoffe das Du nicht immer so stark bist.
Du darfst Dich auch mal fallen lassen. Da werden Arme sein die Dich auffangen.
Ich denke morgen ganz stark an Dich und Deine Jungs.Ich bin heute durch dieGeschäfte gelaufen um die schönste Karte für Euch zu suchen. Dabei ist mir aufgefallen was für bekloppte Trauerkarten es gibt.
Ihr seid wundervoll.
LG Anja
Kommentar von Anja — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
ich lese schon sehr lange hier mit und eigentlich fehlten mir immer die Worte um auch mal etwas zu schreiben. Aber heute kann ich einfach nicht anders. Du schreibst, dass es eine elende Verschwendung ist, dass ausgerechnet dieser wunderschöne Mann nicht mehr lebt. Genau das Gleiche denke ich auch schon seit einigen Tagen! Für morgen wünsche ich Dir, Deinen Jungs und Deiner Familie viel Kraft. Ich werde ab 13.30 Uhr ganz fest an Euch denken! Übringes wohne ich ganz in Eurer Nähe, am Vorgebigspark.
Viele Grüße Sandra
Kommentar von Sandra — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
auch meine Gedanken werden morgen bei Euch sein! Ich wünsche Euch dazu ein wundervolles warmes Herbstwetter, mit vielen Sonnenstrahlen! Dafür sorgt Michael bestimmt!
Die Anzeige ist wirklich wunderschön, ich habe sie nun auch gefunden. Ganz toll gemacht, das Bild, die Gedanken, einfach alles.
So jammerschade, wenn so ein wunderbarer Mensch abgerufen wird!
Liebe Grüsse
Ingrid
Kommentar von Ingrid — 23. Oktober 2008 #
liebe andrea,
ja die hände… meine mutter hatte genau meine hände und ich habe sie so oft gehalten, jeden finger genau erspürt und immer wieder gestaunt, wie ähnlich sie den meinen sind..
ich werde morgen an euch denken und wünsche euch, dass alles rund bleibt
ganz liebe grüße
sandra
Kommentar von Sandra — 23. Oktober 2008 #
Aber die Erinnerung an das Schöne wird Dir immer, immer, immer einen wärmenden, goldenen Mantel umlegen.
Jede einzelne dieser Erinnerungen wirst Du hüten wie einen Schatz, schreib sie auf, damit Dir keine verloren geht, sie sind das, was Dich durch die kommenden Monate und Jahre tragen wird, versprochen.
Alles Liebe,
Jac
Kommentar von Jacqueline — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea
Du DARFST auch mal schwach ein.Du darfst auch wütend sein…………Du musst NICHT immer stark sein.
Du warst sehr lange sehr stark und bist es auch jetzt noch.Aber wenn Dir gerade nach schwach zumute ist und nach weinen,dann lass es bitte auch zu.
Es reinigt die Seele……es knetet das Herz durch………damit es wieder überall gleichviel Liebe und Wärme ausstrahlen kann.
Damit es nicht zu einem Stein wird.
Du machst das alles so richtig.Genau wie die überaus mutigen und nicht weniger starken Jungs….
Und wenn Dir danach ist dann schrei hinaus wie sch**** das alles ist………
Liebe Grüsse
Yvonne
Kommentar von yvonne — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
das „Schöne“ ist das erste, was man vermisst, es ist aber auch das, was am längsten in Erinnerung bleibt.
Und die Schönheit, innere wie äußere, hat MIchael an Eure Goldstücke vererbt, und sein Talent hat er ganz bestimmt unter den Jungs und Jens aufgeteilt, damit es eben nicht verschwendet wird
:-°°)
Dann macht Jens eben noch bessere Musik, hm?
Ich denke morgen ganz fest an Euch, an Euch alle.
Ich wünsche Euch, dass die Abschiedsfeier genau so läuft, wie Ihr es Euch wünscht und dass Ihr morgen alles tun könnt, was Ihr wollt und dass jeder auf seine Weise Abschied nehmen kann.
Ich bin mir sicher, dass Ihr das „rund“ hinbekommt und denk dran: Ihr seid morgen nicht allein!
LIebe Grüße
Kirsten
Kommentar von Kirsten — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
es ist schon komisch, dass man sich vor allem an die Hände eines Menschen erinnert. Die Augen – der Spiegel der Seele – auch wichtig. Aber die Hände meiner Oma sehe ich heute noch vor mir. Sie waren es, die mich gekrault haben, mit mir geknetet haben, gekocht und gewaschen haben, die mich gehalten haben und mir das Haar aus dem Gesicht gestreichelt haben.
Sie sind mir mehr in Erinnerung geblieben, weil ich sie so eng mit meinem Leben verbinde. Ich habe sie öfter gesehen als ich meiner Oma in die Augen geblickt habe, vielleicht ist das der Grund. Die Hände waren das Fenster zur Seele, nichts anderes. Und ich liebe die Hände meiner Tochter. Sie haben an einigen Stellen genau die gleichen Innenlinien…….
Hände halten. Hände leben. Hände sind Liebe, jede einzigartige Linie ist Leben. Sie geben uns.
Ich wünsche euch für morgen, dass alles rund ist. Ich denke ganz fest an euch, so fest ich kann.
Alles Liebe
Manou (2770)
Kommentar von ManouHH — 23. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
ich kann Dich sooo gut verstehen, nachfühlen, wie es Dir geht. Und wie Du und die anderen hier erinnere ich mich ganz besonders an die Hände. Ich sehe jede Bewegung, jedes Hautfältchen, die Farbe, die an den Knöcheln ein bisschen dunkler ist, jede Wölbung, die Form der Fingernägel mit ihren leichten Rillen und den schönen Halbmonden … Aber ich habe sie heute in sehr schöner Erinnerung.
Du wirst wütend, sagst Du. Oder genauer: Du hasst es, dass Michel weg ist. Ja, das darfst Du! Du darfst zornig sein, das wäre ich auch! Und wie! Du darfst und musst auch alles sein, wonach Dir ist. Voller Wut, traurig, verzweifelt, zuversichtlich, laut, leise, alles. Lass es einfach zu. Ich glaube, Du hast so gute Freunde, die halten Dich auch fest, wenn Du schwach bist. Du hast so viel geschafft und wuppen müssen in der vergangenen Zeit. Lass Dich auch mal fallen – falls Du es nicht sowieso schon machst. Es ist nicht leicht, jetzt Trost zu finden. Eigentlich ist der einziger Trost der Trost selbst. Und das Wissen darum, dass die Zeit Euer Leben neu gestalten wird, dass der Schmerz sich in eine Erinnerung verwandeln wird, die Wut in Akzeptanz und Zuversicht. Aber die Liebe – die bleibt.
Deine Junx sind ja wirklich stark! Ehrlich, die beiden beeindrucken mich immer wieder, wenn Du von ihnen schreibst. Das Programm für die Trauerfeier vorlesen! Alleine schon diese Idee verrät so viel Mut, so viel Kreativität und Stärke in den kleinen Männern, das ist phantastisch. Da hast Du zwei ganz tolle Begleiter an Deiner Seite. Und das mit dem Klavier spielen, das kommt ganz von alleine wieder, da bin ich sicher. Bestimmt haben die beiden Michaels schlanke Klavierfinger geerbt, oder? Damit bringen sie Dir dann irgendwann ein viertes und fünftes Stück bei. Und die kriegst Du dann mit nur zehn Fehlern hin
Morgen werde ich hier (in der Nähe von Karlsruhe) eine Kerze anzünden und zusammen mit meinem Mann in Gedanken bei Euch und Deinem schönen Michael sein. So wie gang ganz viele weitere Menschen auch. Ich hoffe so sehr, dass Dir dieses Wissen ein kleines bisschen Kraft geben kann.
Stille Grüße und eine friedliche Nacht
Petra
Kommentar von Petra — 23. Oktober 2008 #
Ich wünsche Euch für morgen alle kraft und allen Mut der Welt
chris
Kommentar von ChrisP — 23. Oktober 2008 #
Hallo liebe Andrea -
ich möchte Dir zwei Dinge schenken. Das erste ist ein Gedicht. Das zweite ist ein Link zu einer Website. Einer Website einer Frau, die auf eine Art mit ihrer Trauer umgegangen ist, die mir gesund erscheint – denn sie sagt: Trauer ist wichtig. Wir dürfen das. Nicht nur die Zeit lang, in der man das so „gemeinhin darf“, bis die Leute komisch dreinschauen und sagen: „Jetzt ist es ja langsam mal wieder gut“. Sondern so lange, wie es eben gut ist und richtig. Wir vergessen einen Menschen, den wir lieben, niemals. Warum sollten wir es auch versuchen? Er lebt ja in unserem Herzen weiter – manchmal warm und sicher, manchmal voller Wut darüber, dass wir ihn auch mit aller Herzensmacht nicht zurückzaubern können zu uns, in die Welt der Lebenden. Und irgendwann, eines Tages, als ein Teil von uns, von dem wir wissen: Er geht niemals verloren. Und auch wenn es anders besser sein könnte: So ist es gut.
Hier ist das Gedicht:
Der Tod ist nichts, ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt,
sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise, seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich,
betet für mich,
damit mein Name im Hause ausgesprochen wird,
so wie es immer war,
ohne irgend eine besondere Bedeutung,
ohne Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war,
der Faden ist nicht durchgeschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.
— Charles Pierre Péguy (1873-1914)
Und hier der Link: http://www.trauer-um-florian.de
Und hier … ist zum Schluss und für morgen und für die Verzweiflung aber auch für das Glück, das die Erinnerung uns Menschen schenken kann … eine ganz dicke Umarmung!
Nika
Kommentar von Nika — 24. Oktober 2008 #
Ja Andrea zur Trauer gehört auch die Wut, und wenn sie auftaucht ist das ein enorm gesundes Zeichen.
Ich bin immer noch stinke sauer, wenn ich sowas wie hier lese. Es ist ungerecht und gemein und total unverständlich, das ein so junger und liebenswerter Mensch so früh gehen musste.
Bei mir waren es vier jüngere Brüder. Der erste starb schon mit acht Wochen. Er war mit einer Behinderung geboren. Der Nächste mit 13 Jahren an Leukämie, nach der Feststellung der Diagnose starb er innerhalb von 24 Stunden. Dann 10 Monate später durch einen Spielunfall mit 9 Jahren mein Lieblingsbruder. Mit 30 Jahren, 13 Jahre später, mein 2. Bruder durch Selbstmord.
Ich hasse den Tod. Ich kann Dir gar nicht sagen wie. Ich habe gelernt mit ihm zu leben und damit zu rechnen, dass es einen jeden Moment erwischen kann.
Aus diesem Grunde, bin ich Dir hier auch so dankbar, für diesen Blog und allen die hier schreiben. Hier kann ich lesen und noch einmal nachempfinden, was in meiner Familie so bitter nötig gefehlt hat. Die Tränen, die ich um Dich und Eurer Schicksal weine, vermischen sich mit meinem und lösen und heilen alte Verkrustungen und waschen sie weg. Mit seelischen Leid weiter zu leben ist nicht leicht, aber es lohnt sich.
Alles Gute für die Verabschiedung heute.
Kommentar von rotegraefin — 24. Oktober 2008 #
ach menno liebe andrea, ich wünschte ich könnte ausdrücken, was ich beim lesen deines eintrages empfinde. ich kann es nicht. aber ich denke immer an euch….
alles liebe
ela.d
Kommentar von ela.d — 24. Oktober 2008 #
Liebe Andrea, Lieber Jonas, lieber Laurin!
Heute mittag werde ich ganz besonders fest an Euch denken. Ich denke, Ihr werdet eine stimmige Abschiedsfeier haben, die zu euch passt.
Ja, ohne Michael ist alles doof – Ihr habt alles Recht der Welt, darüber wütend, traurig, sauer zu sein, zu schreien, zu weinen, zu toben. Ich wünsche Euch allen, dass Ihr lernt, mit der Trauer zu leben. Die Trauer wird nicht weniger, sie verändert sich. Ich wünsche Euch immer wieder Momente, in denen Ihr Euch mit einem Lächeln an Michael erinnern könnt.
Ihr seid in meinen Gedanken, ganz besonders heute mittag…
Liebe Grüße,
Uschi
Kommentar von Uschi (21581) — 24. Oktober 2008 #
Liebe Andrea, liebe Kinder!
Ich wünsche Euch heute von Herzen ganz viel Kraft und dass alles so ist, wie ihr und Michael es Euch vorgestellt habt. Ich denke ganz fest an Euch!
Alles Liebe
NICI
Kommentar von Nici — 24. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
ich bin so froh, dass Du gesagt hast, wie gut das Bloggen für Dich ist. Zwischendurch habe ich mich manchmal gefragt ob es nicht eher mühsam ist. Denn diese virtuelle Sache hier hat es tatsächlich geschafft, dass Ihr drei, Du und die Jungs mir so richtig ans Herz gewachsen seid…
Ich denke an Euch, heute nachmittag. Passt auf Euch auf.
Viele liebe Grüße
Christine
Kommentar von Christine — 24. Oktober 2008 #
Liebe Tink, liebe Jungs,
wir sind heute in Gedanken bei euch und wünschen euch eine schöne Hebstsonne für die Abschiedsfeier.
Liebe Grüße, Kat & Co.
Kommentar von Kat — 24. Oktober 2008 #
Liebe Tinka!
Seit ich dir gestern abend die SMS schrieb, dass ich nicht kommen kann, denke ich unaufhörlich an dich, an euch!
Ich bin sicher, es wird eine zum Heulen schöne, denk-würdige Abschiedsfeier sein, unvergesslich für alle.
Gleichzeitig wird es unendlich schwer sein für euch alle und darum schicke ich jede Menge Kraft einmal quer durch Deutschland!
Alles alles Liebe von Michi
Kommentar von Michi — 24. Oktober 2008 #
Liebe Andrea und Familie,
alles Gute für heute und viel Kraft! LG Heike aus dem Sauerland
Kommentar von Heike — 24. Oktober 2008 #
Liebe Tinkerbell,
vielleicht ist auch das ein Zeichen… dieser Blog, der Dir so viel gibt. Diese vielen Leser, denen DU so viel gibst. Vielleicht kannst Du Dir einen Traum doch noch erfuellen, in dem Du Dich auf die Suche nach einem Verleger machst. ICh wuerde Dich lesen und auch Geld dafuer bezahlen. Damit waeren die Studiengebuehren und ein bisschen Extra bestimmt gedeckt.
Was ich in den letzten Wochen von Euch gelernt habe, gibt mir mehr als jedes schlaue, mit Lebensweisheiten vollgeproeffte Buch… Tausend Dank
Mach doch mal
Kommentar von thaimo — 24. Oktober 2008 #
Liebe Andrea,
jetzt habe ich Tränen in den Augen. Ja, es ist ein Verlust, das sehe ich auch so. Nein, ich habe meinen Mann nicht verloren, aber ich kann doch trotzdem mitfühlen.
Im August ist mein Vater gestorben, einfach so. Umgefallen und tot. Es gab keinen Abschied. Ich hatte ihn schon eine Weile nicht mehr gesehen, aber am Tag vorher telefoniert. Immerhin das.
Ach, was mache ich nur. Jetzt jammere ich auch noch, was soll Dir das bringen?
Ich denke fest an Dich und die Jungs!
Petra
Kommentar von Petra — 24. Oktober 2008 #
Heute find ichs fies und gemein, das Leben.
Es ist zum Weinen.
Andrea,
und aber … du hattest etwas was ich nie, niemals haben werde.
Du hast neben ihm gesessen *lieblächel*.
Das werde ich nicht tun dürfen bei meinem ….. ehemals ….. .
Es gibt nichts Kostbareres als Liebe.
Kommentar von B-blüte — 24. Oktober 2008 #
Michael, für Dich auf das Du immer von der „anderen Seite“ über Deine Lieben wachen kannst…
http://de.youtube.com/watch?v=jtF7lvUujW4&feature=related
Kommentar von Joni — 24. Oktober 2008 #
Ein stiller Mitleser weint.
So viel Liebe habe ich noch nie gelesen.
„Rund“ hat endlich eine nachhaltige Definition.
Berührt und verrührt sende ich viele Grüße + so viel Kraft, wie geht
MiDoe
Kommentar von MiDoe — 25. Oktober 2008 #