Schritte in die Normalität

24. September 2008 at 08:10 | In Blog | 8 Comments

Also, das war ja gestern wirklich nicht unser Tag. Unsere Stimmung passte zum trüben herbstlichen Wetter, aber im Laufe des Tages haben wir es dann doch geschafft, das ein bißchen anzunehmen. Wichtig in solchen Situationen sind Anstöße von außen. Leute, die einem mal eben beim Denken helfen und die sagen, dass es eben nicht nur reine Traurigkeit ist, sondern ein Schritt auf dem Weg in die Normalität.

Für Michael war es fast noch schwerer. Er war ja seit Donnerstag quasi keine Minute ohne Menschen um ihn rum und das, was gestern war, war so ein bißchen wie das, was ich post-Klassenfahrt-Feeling nenne. Es war doch immer so, dass man nach Klassenfahrten oder ähnlichen großen Treffen, bei denen man über mehrere Tage rund um die Uhr mit Leuten zusammen war, zu Hause in ein Loch fiel und sich plötzlich ganz einsam fühlte. Ich denke, das war hier gestern auch so, zumindest war dies ein Teil des ganzen Gefühlsgulaschs.

Am frühen Abend kamen noch der Pfarrer und ein Freund von uns und ich habe die Männerrunde mal machen lassen, während ich mich um Liegengelassenes kümmerte. Eigentlich wollte ich rausgehen, aber der Hund war nicht da und das Wetter schlecht ;) Aber selbst dieses Verräumen von Sachen, ohne ein Ohr im Schlafzimmer haben zu müssen, war für mich eine Art von Erholung.

Heute ist Putztag, ich als Allergikerin fange echt an, am Staub zu leiden ;)

Michael hat gut geschlafen heute Nacht, und ich auch. Wir waren einmal wach, haben uns ein bißchen unterhalten und sind dann Hand in Hand wieder eingeschlafen. Heute morgen fühlt er sich gut und versucht soeben verzweifelt, seinen Rechner ans Laufen zu bringen, weil er von der Insel aus ein wenig surfen will. Mal sehen, ob wir doch von irgendwo ein Notebook geliehen bekommen, das wäre sicherlich bequemer.

Wie Ihr seht, geht die Achterbahn gerade mal wieder aufwärts. Es ist wohl ein bißchen anstrengend, dass in den letzten Tagen die Abstände zwischen den Berg- und Talfahrten kürzer werden, aber vielleicht wird das ja nun wieder etwas besser.

Hier noch ein Foto von Michael, das am Sonntag entstand:

- Andrea

8 Kommentare »

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  1. Ich weiß nicht was normal ist. Aber bei soviel Leid und Schmerz wird das Leben wertvoller und ich habe gelernt jeden Tag zu genießen.

    Der Schlüssel zur Freiheit

    1. Spiegel – Gesetz

    Alles was mich am anderen stört, ärgert, aufregt oder in Wut geraten lässt und ich anders haben will, habe ich selbst in mir.

    Alles, was ich am anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und verändern will, kritisiere, bekämpfe oder unterdrücke habe ich in Wahrheit in mir selber und hätte es gerne anders.

    2. Spiegel – Gesetz

    Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft und verändern will und ich mich deswegen verletzt fühle, so betrifft es mich – ist dies in mir noch nicht erlöst, meine gegenwärtige Persönlichkeit fühlt sich beleidigt – der Egoismus ist noch stark.

    3. Spiegel ­– Gesetz

    Alles was der andere an mir kritisiert und mir vorwirft oder anders haben will und bekämpft und mich dies nicht berührt, ist es sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten, die er auf mich projiziert.

    4. Spiegel – Gesetz

    Alles, was mir am anderen gefällt, was ich an ihm liebe, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im anderen. Ich erkenne mich selbst im anderen – in diesen Angelegenheiten sind wir eins.

  2. Gestern kam ich über eine andere Webseite hierher und habe so gut es ging viele Beiträge gelesen. Habe überlegt, ob ich kommentieren oder nur still mitlesen soll, so sehr hat mich das Thema mitgenommen.

    Eure Gefühlsachterbahn, wie Du so schön schreibst, die reisst jeden Leser mit, denn es könnte auch unsere Familien treffen – und das wird einem erst nachher bewusst. Du hast meine Hochachtung, dass Du jeden Tag darüber schreibst, uns miterleben lässt, wie es Dir und Michael geht – egal ob gut oder schlecht, ob Sonne scheint oder der Regen die Fenster entlangrinnt.

    Ich kann nur die Daumen drücken, dass es doch aufwärts geht und die Therapie irgendwie anschlägt.

    Verliert nie die Hoffnung!

    LG Susi

  3. Guten Morgen, Ihr Lieben!

    Schön, Michael mal wieder „in Echtigkeit“ zu sehen (na ja, so halb ;-)

    Den Gefühlsmischmasch verstehe ich so gut – kein Wunder bei einer solchen Achterbahnfahrt … :-( (

    Aber wie schon irgendwann mal jemand schrieb: Vielleicht muss man wirklich jeden Tag für sich annehmen und genießen (oder ggf. in die Tonne kloppen :-/), einen nach dem anderen, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat …

    Ich wünschte so sehr, ich könnte für dich die Zeit anhalten (nicht, jetzt, wo du putzen mußt, aber du weißt, wie es gemeint ist, nicht wahr?!) und ich denke weiterhin unaufhörlich an dich, an euch alle – jeden Morgen, jeden Abend, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat …

    Alles Liebe – und wenn du was brauchst, bitte sag Bescheid, ja?

    Bussi von Michi

  4. Liebe Andrea,

    wg. Laptop: Ich habe dir gemailt (an die Schwesternschaft-Adresse).

    Beste Grüße
    von einem meist stillen, aber immer mitlesenden und -fühlenden
    Guido

  5. Liebe Tinka,lieber Michael

    Die Achterbahn geht rauf und runter und ihr schafft es trotzdem immer wieder ein Lächeln auf den Lippen zu haben….

    Ihr wisst dass wir alle ständig an Euch denken,gell??

    Liebe Grüsse und Danke dass Du uns auf dem laufenden hälst.

    Katja

  6. Hier kommt ganz einfach ein ganz warmes „Ich-denke-an -Euch“! :-) ))
    Die bisher stille und sehr mitfühlende
    Heike

  7. Lieber Michael, liebe Andrea,

    das Post-Klassenfahrt-Feeling – sehr schön ausgedrückt, genauso ist es!

    Ich denke sehr an euch und freue mich, dass die Achterbahn gerade auf dem Weg nach oben ist. Vielleicht könnte sie oben einfach mal Halt machen, damit ihr die Aussicht bewundern könnt ;-)

    Herzlichst
    Tine

  8. Auch von mir ein paar liebe Gedanken, ein bisschen Zuversicht, ein wenig Sonne und viele gute Wünsche.
    Bis bald
    Nicole


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