Eine Idee, sie kam nachts um 2 …
21. Mai 2008 at 18:34 | In Allgemeines | Leave a CommentDa war es nun so weit. Das böse Wort „austherapiert“ stand im Raum, die Möglichkeiten, gegen Michaels Krankheit anzukämpfen wurden geringer und es schnürte uns – wieder einmal – die Luft ab. Gerade erst hatte er die Chemotherapie hinter sich gebracht, diese anstrengende und zermürbende Zeit, an deren körperlichen Folgen er heute noch arbeitet. Verlorene Haare sind da wirklich das geringste Übel.
Er hatte sich entschieden, nun die experimentelle Immuntherapie zu fahren, über die wir uns vor längerer Zeit schon einmal informiert hatten. Die Klinik für Tumorbiologie in Freiburg sollte eine Anlaufstelle sein, da dort eine Studie hierzu geplant ist. Die Teilnahme an einer Studie bedeutet Kostenfreiheit für den Patienten. Allerdings wartet man dort noch auf die Zulassung, und wenn Michael etwas nicht hat, dann ist es Zeit zum Warten.
So müssen wir die Kosten für die Therapie selber tragen. Es wurden Optionen abgecheckt, woher man diese horrende Summe nehmen könnte. Ein Antrag bei der Krankenkasse ist in Arbeit und die Familie wollte auch mal die Sparstrümpfe durchforsten, man könnte es u.U. über lange Zeit abzahlen und zusätzlich an die eigenen mageren Ersparnisse gehen. Und dann wurde sie geboren, diese Idee, nachts um zwei: Wenn viele Leute ein paar Euro geben, dann schmerzt sie das nicht im Geldbeutel und uns wäre so sehr geholfen! Und im Nullkommanix fanden sich viele fleißige und so hilfreiche Hände, die uns ohne zu zögern die Zusage gaben, uns bei diesem Projekt tatkräftig zu unterstützen.
Obwohl die Finanzierung noch nicht abschließend geklärt war, begann Michael die Therapie, die Zeit sitzt ihm im Nacken.
Ihm wurde Blut entnommen und gleichzeitig bekam er die ersten Dosen des Virus gespritzt. Es folgte, was folgen sollte, nämlich eine Reaktion des Immunsystems in Form von Symptomen, wie man sie bei einer starken Erkältung hat.
Heute bekam er zusätzlich zum ersten Mal eine Dosis der dendritischen Zellen verabreicht und hat eine dreistündige Ganzkörperhyperthermie durchgehalten.
- Andrea
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